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PeriLog - Freiburger Beiträge zur Kultur- und Sozialforschung

Freiburger Beiträge zur Kultur- und Sozialforschung




Symbole in magischen Sinnwelten der Moderne

Ein Beitrag zu Theorie und Praxis des „Hermetic Order of the Golden Dawn“

Von Julia Pirschl


Die meisten von uns kennen die Symbolwissenschaft nur aus Dan Browns Bestseller „Sakrileg“, wo ein Vertreter dieser Zunft Geheimnisse zu entschlüsseln versucht, die eine okkulte Gruppierung der Vergangenheit uns hinterlassen hat. In gewisser Weise auf den Spuren jenes fiktiven ‚Smbolologen’ wandelt dieses Buch, wenn es sich – allerdings mit realen wissenschaftlichen Methoden – den Symbolen einer Okkultbewegung des späten 19. Jahrhunderts zuwendet: Der 1888 in London gegründete „Hermetic Order of the Golden Dawn“ gilt als der bekannteste und einflussreichste magische Orden der europäischen Moderne und dient bis heute als Vorbild für zahlreiche Personen und Gruppierungen, die sich dem Studium okkulter Wissensbestände und der Ausübung praktischer Magie widmen.

Aus dem umfangreichen Symbolfundus des „Hermetic Order of the Golden Dawn“ stellt dieser Band ausgewählte Symbole exemplarisch vor: Welche Bedeutungen werden den abstrakten Symbolformen zugeschrieben und wie können diese erschlossen werden? In welchen Bereichen der magischen Lehre und Praxis kommen sie zur Anwendung? Und wie wird diese Anwendung gerechtfertigt? Es zeigt sich, dass sich Symbole dieser Art nur über den Wissensbestand erschließen lassen, aus dem sie entnommen werden. Daher steht die Symbolanalyse selbst in direktem Zusammenhang mit einer wissenssoziologischen Untersuchung des „Hermetic Order of the Golden Dawn“. Durch eine Analyse der Lehrschriften dieses Ordens lässt sich zeigen, dass die verwendeten Symbole zentrale Hilfsmittel der magischen Lehre und Praxis darstellen. Warum dies so ist und welche Eigenarten von Symbolen hier eine Rolle spielen, wird anhand verschiedener kultur- und sozialwissenschaftlicher Symboltheorien erklärt.

Über den Einzelfall des „Golden Dawn“ hinaus liefert der Band eine überzeugende Lösung für das generelle ‚ikonographische Problem’, mit dem alle Kultur- und Sozialwissenschaften heute konfrontiert sind: die Entwicklung einer validen Entschlüsselungs- und Interpretationstechnik für voraussetzungsreiche und hochkomplexe Symbolsysteme. Die im Buch entfaltete Methode der Symbolanalyse kann zur Entschlüsselung nicht nur historischer Sinnwelten, sondern eben auch der vielfältigen Symbole der Gegenwart eingesetzt werden – unabhängig davon, ob sie uns nun in Graffitis, aktuellen Musikvideos oder in der Ikonographie postmoderner Netzwelten entgegentreten. In einem Satz: Nach der Lektüre dieses Buches erschließt sich nicht nur manches Geheimnis des „Golden Dawn“, sondern auch das Verständnis für eine moderne ‚Symbolologie’, für die selbst komplexe Symbolsysteme kein Geheimnis bleiben.

116 Seiten
Ladenpreis: 19,00 Euro
ISBN 978-3-8325-2061-8



Julia Pirschl

Geboren 1982 in Freiburg, arbeitet zur Zeit als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg.

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